Eine Stadt - elf Stadtteile 

Informationen und interessante Geschichten

Dorsten, eine moderne Flächenstadt mit geschichtsreicher Vergangenheit, liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes und ist das Tor zum Münsterland und zählt heute rund 76000 Einwohner. Trotz starker Zerstörungen im letzten Krieg und vieler neuer Baumaßnahmen sind die rund 750 Jahre Stadtgeschichte immer noch sichtbar und lassen den Reiz alter Zeiten lebendig werden. Ringförmig angelegte Straßen in der Altstadt markieren die alten Wälle, kleine Innenhöfe und winklige Gassen lassen alte Zeiten lebendig werden.

Stahl- und Maschinenbau, Baugewerbe, Handwerk, Handel und Dienstleistungen bilden heute die Hauptschwerpunkte der örtlichen Wirtschaft. Die Landwirtschaft stellt, besonders in den ländlichen Stadtteilen, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Als Naherholungsgebiet mit hohem Naturanteil ist Dorsten für den Ballungsraum Ruhrgebiet attraktiv. Aber auch die ehemalige Schachtanlage, die fast 100 Jahre lang die Geschicke der Stadt mitgeprägt hat, ist ein Teil von Dorsten. Nach dem Ende der Steinkohleförderung wurde die ehemalige Zeche privatisiert und ist heute als Creativ-Quartier Fürst Leopold ein überregional bedeutender Standort für Kultur und Gastronomie mit vielen Veranstaltungen.

Dorsten ist im Laufe der Jahrhunderte gewachsen. Von einer florierenden Mittelalterstadt südlich der Lippe zunächst durch die Zusammenlegung des Amtes Hervest-Dorsten zu einer kleinen Industriestadt und mit der Eingemeindung eigenständiger Dörfer im Norden durch die kommunale Neuordnung 1975 zu der heutigen Flächenstadt. Insgesamt gliedert sich die Stadt Dorsten heute in elf Stadtteile, die wir hier gerne vorstellen möchten. 
 

Altendorf-Ulfkotte

Der Doppel-Stadtteil geht auf Bauernschaften zurück, die um 900 n.Chr. beurkundet ist.

Bis zur Kommunalen Neugliederung 1975 gehörte Altendorf-Ulfkotte zu Marl und ist heute Grenze zum industriellen Ballungsraum mit Blick auf die Hürfeld Halde in Dorsten und die Scholvener Halde in Gelsenkirchen. In seinem Ursprung war der Ortsteil bis zum Beginn der Industrialisierung rein landwirtschaftlich geprägt.

Hardt und Östrich

Der moderne und erst seit den 50 er Jahren des 20. Jahrhunderts als Wohngebiet erschlossene Stadtteil Hardt war ursprünglich rein landwirtschaftlich geprägt. Der Ortsteil Östrich hatte in früheren Zeiten zu Gahlen gehört, hier liegt die historische Sprachgrenze zum Rheinland.

Altstadt

Der Stadtteil „Altstadt“ ist das, was jahrhundertelang einfach „Dorsten“ war. Am 01. Juni 1251 erhielt der Marktflecken die Stadtrechte durch den Landesherrn, Konrad von Hochstaden und erblühte wirtschaftlich als eine "kleine Hansestadt“. Erst mit dem Dreißigjährigen Krieg, Einquartierungen und zahlreichen Streitigkeiten der umliegenden Landesherren verarmte Dorsten. Mit dem Bau der Eisenbahnlinien 1852 begann der erneute Aufstieg.

Die Altstadt von Dorsten zählt aktuell 4156 Einwohner

Die Altstadt von Dorsten ist bis heute das Handelszentrum der Stadt. Hier gibt es einen vielfältigen Einzelhandel mit Fachgeschäften, den gängigen Mode-und Drogerieketten, Apotheken und einem Einkaufszentrum, den „Mercaden“. Ärztehäuser und Facharztpraxen sind ebenso gut erreichbar wie Apotheken und Sanitätshäuser. Dreimal in der Woche bietet der Wochenmarkt ein reichhaltiges Angebot an regionalen Lebensmitteln und Kurzwaren.  

Der Marktplatz ist das lebendige Zentrum der Altstadt und auch Treffpunkt der Dorstener am Feierabend. Die Gastronomie lockt im Sommer im gesamten Innenstadtbereich mit zahlreichen Außentischen, Eisdielen, Pizzerien, Frühstückscafés, ein Sternekoch – es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Durch das Förderprogramm „Wir machen Mitte“ ist die Innenstadt von 2018-2021 umfangreich saniert worden.

Zur Altstadt gehören schöne Grünflächen für ausgedehnte Spaziergänge wie die Anlagen am Westwall mit dem alten Wehrturm, das Schölzbachtal und der Bürgerpark Maria Lindenhof. Hier finden im Sommer im Freiluft-Amphitheater zahlreiche Kulturveranstaltungen statt und eine Boccia-Bahn steht zur freien Verfügung. Maria Lindenhof ist mit der Volkshochschule und der Stadtbibliothek zudem ein kultureller Mittelpunkt der Stadt.

Der Wesel-Datteln-Kanal mit seiner Uferpromenade bietet ideale Bedingungen für Jogger und für Fahrradfahrer.

Feldmark

Die Feldmark gehörte früher zur Altstadt. Seit der Kommunalen Neugliederung 1975 ist die Feldmark ein eigenständiger Stadtteil. Durch die Jahrhunderte waren es reine Weide-, Acker-, und Waldgebiete vor den Stadttoren mit einigen Bauernhöfen. Der jüdische Friedhof wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts an der Hasselbecke eingerichtet. Richtung Süd-Osten haben sich nach dem II. Weltkrieg mehrere Wohngebiete entwickelt, wie zum Beispiel das „Stadtsfeld“. 

Die Feldmark grenzt an die Stadtteile Altstadt, Hervest und Altendorf-Ulfkotte und im Norden fließen der Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe. Neben den Wohngebieten, Versorgungszentren und Gewerbeansiedlungen bietet die Feldmark viele Freizeit und Erholungsmöglichkeiten, wie z.B. den Barloer Busch.  Der Barloer Busch wird im Volksmund auch „Stadtwald Dorsten“ genannt und befindet sich südlich der Marler Straße. Es ist ein kleines, aber abwechslungsreiches Waldstück, das Gelegenheit zum Joggen, Nordic Walking oder zu einem Waldspaziergang gibt. Ein 2,3 km langer Waldlehrpfad kann in etwa einer Stunde durchwandert werden.

Der Segelflugplatz am Wesel-Datteln-Kanal, übrigens in den 1920er Jahren eine Pferderennbahn, bietet die Möglichkeit des Luftsports. Auch größere Veranstaltungen gibt es dort gelegentlich.

Hervest und Dorf Hervest

1188 findet sich der Pfarrort Hervorst im Güterverzeichnis des Grafen von Dale. Bereits im 14. Jahrhundert bildete sich um das Anwesen eine kleine Siedlung. Direkt an der Lippe-Schleife entstand dann das Dorf Hervest, das bis auf den heutigen Tag ein eigenes Selbstbewusstsein pflegt. Der Turm der Pauluskirche gilt als eines der ältesten Bauwerke in Dorsten.

Erst in den 20 er Jahren entstand Im Schatten der Schachtanlage Fürst Leopold die Zechensiedlung Hervest, daneben entwickelte sich ein kleines Geschäftszentrum für die zumeist eingewanderten Hervester Bergleute und ihre Familien. Die Zechensiedlung steht unter Denkmalschutz. Die ehemaligen Zechenflächen sind inzwischen entwickelt. Hier wurde durch die Fürst Leopold Allee ein großzügiges Gewerbegebiet erschlossen.

Im ehemaligen Maschinenhaus ist der Bergbauverein aktiv, die alte Dampfmaschine kann besichtigt werden, Führungen und Vorführungen werden angeboten.

Das CreativQuartier ist Hort heimischer Künstler, eine abwechslungsreiche Gastronomie und das neu erbaute Sozio-Kulturelle Zentrum DAS LEO runden die Szene am Quartier ab.

Holsterhausen

Einer der ältesten Ortsteile ist Holsterhausen, in der Zeit zwischen 11 und 7 vor Chr. Ist hier ein römisches Marschlager nachgewiesen, das Legionären auf ihrem Weg ins feindliche Germanien und ins Lager Haltern eine gesicherte Marschpause bot. Der Stadtteil ist stark vom Bergbau und industrieller Architektur geprägt und hat sich zu einem attraktiven Nebenzentrum entwickelt. Auf den Flächen des ehemaligen Römerlagers wurde ein Neubaugebiet erschlossen.

Eine Teilstrecke der Römer-Lippe-Route führt durch den Ortsteil. 

Deuten

Deuten wurde 890 zum ersten Mal in den Büchern der Abtei Werden erwähnt, zusammen mit Dorsten, Sölten und dem Emmelkamp. Vorgeschichtliche Funde – Grabhügel und ein Kreisgräberfriedhof mit 120 Bronzezeitgräbern - belegen frühe Bronze- und Jungsteinzeitliche Siedlungen in diesem Gebiet.

Wichtigstes Bauwerk war sicherlich über die Jahrhunderte hinweg die Tüshaus Mühle, die heute als Technisches Kulturdenkmal gepflegt wird.

Deuten ist heute ein junger Stadtteil – Familien mit Kindern haben die reizvolle Umgebung zwischen den Naturschutzgebieten Deutener Moor und Schwarzem Venn für sich entdeckt. Auch gastronomisch ist Deuten einen Ausflug wert.

Rhade

Dorstens nördlichster Stadtteil Rhade war schon in der Frühzeit besiedelt. Hier entwickelte sich eine bäuerliche Gemeinde, die zwischen 1839 und 1841 eine dreischiffige Hallenkirche anstelle der alten Kapelle bauen konnte.

Heute ist Rhade eine gute Adresse für alle, die sich den dörflichen Traditionen der Siedlung gerne anschließen. Die Rhader Wassermühle und das „Soggebergsche Haus“ werden vom örtlichen Heimatverein bewirtschaftet und sind sehenswert.

Lembeck

Der Name „Herrlichkeit Lembeck“ geht auf die Herrschaft der Herren zu Lehmbeeke oder Lembeek zurück – in einer Urkunde von 1017 wird der Name erstmals erwähnt.

Im 15. Jahrhundert wurde das heutige Schloss gebaut, das in seiner modernen Form im 17. Jahrhundert entstand.

Seit 1526 gehört der Besitz durch Heirat in die Familie Westerholt, seit 1702 leben hier deren Nachfahren, die Familie Merveldt.

Mit Aufhebung des Lehnswesens 1803 und der Entlassung aus der Leibeigenschaft hat sich das Dorf Lembeck zu einer selbstbewussten Gemeinde entwickelt.

Der Stadtteil inmitten von Wiesen, Äckern und Feldern gilt als attraktiver Wohnort mit guter Infrastruktur und hat mehr und mehr ein eigenes Gesicht entwickelt. Der jährlich stattfindende „Lembecker Tiermarkt“ ist eine Touristenattraktion, die in ganz NRW bekannt ist, die in ganz NRW bekannt ist.

Das Schloss wird privat von der Familie bewirtschaftet. Dort finden übers Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt. In den ausgedehnten Wäldern macht das Spazieren gehen zu jeder Jahreszeit Spaß.

Wulfen und Wulfen-Barkenberg

Die Gemeinde Wulfen blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Kriege, Einquartierungen und Plünderungen etwa auch im Spanischen Erbfolgekrieg dezimierten Einwohner und Vieh, Quälereien und Grausamkeiten im Dreißigjährigen Krieg sind belegt. Das moderne Wulfen besteht heute aus einem über Jahrhunderte gewachsenen Kern. Wahrzeichen ist der Brauturm der ehemaligen Rose-Brauerei, die hier über Jahrzehnte hinweg Bier braute. Heute ist das Gelände zu einem Einkaufszentrum umgebaut. Die sehenswerte Kirche verfügt über ein normannisches Taufbecken.

Neben „Alt-Wulfen“ wurde in den 60 er Jahren ein nach modernsten planerischen Erkenntnissen entwickelter Stadtteil gebaut, die „Neue Stadt Wulfen“. In Wulfen-Barkenberg wurden innovative Planungen mit verkehrsberuhigten Wohn- und Lebensbereichen sowie architektonischen Visionen umgesetzt.

Im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ wurde Barkenberg aktuell zukunftsfähig erneuert. Geführte Rundgänge durch Barkenberg zeigen das architektonische Potential.

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